Selbsthilfe Pyrrolurie
Hämopyrrollaktamurie (HPU) und Kryptopyrrolurie (KPU)

Therapie

1. Grundsatz

Der Nährstoffverlust durch die Pyrrolurie wird kompensiert durch die Zufuhr von Vitamin B6, am besten in der aktiven Form Pyridoxal-5-Phosphat (P-5-P oder PLP), Zink und ergänzend Mangan und Magnesium.
Die Erfahrung zeigt, dass viele Pyrroliker einen eigenen Kopf haben und von den Ärzten durch jahrelange Fehlbehandlung enttäuscht sind. Auch wenn es verlockend ist, sich die Vitamine und Mineralstoffe selber zusammenzustellen, rate ich mit den Spezialpräparaten anzufangen. Beim Selberzusammenstellen können Fehler auftreten, so dass alles schlimmer statt besser wird.

2. Präparate

Achtung Bei konkreten Fragen bitte an das Forum wenden! Dort gibt es auch eine aktuelle Übersicht:
Medikamententabelle Pyrrolurie (PDF) (Dank an Kate).

Apotheke

Es ist möglich, sich B6 und Zink einzeln zu kaufen.
Es gibt rezepfrei:

Bei Zink sollte man nicht zu dem anorganischen, in Brausetabletten enthaltenen Zinksulfat greifen, weil das der Körper schlecht verwerten kann, sondern organische Verbindungen nehmen (z. B. Zinkglukonat, Zinkaspartat). Wenn man B6 als Pyridoxinhydrochlorid nimmt, sollte man einen Vitamin-B-Komplex zur Umwandlung dazunehmen (da B2 dazu nötig ist).

Spezialpräparate

Eigens für KPU existieren folgende Spezialpräparate:
Adressen und Bezugsquellen:
Adressen.

Depyrrol

Depyrrol-Basis
Vertrieb: KEAC
Inhaltsstoffe Depyrrol Basis (pop-up)

Depyrrol-Plus
Vertrieb: KEAC
Inhaltsstoffe Depyrrol Plus (pop-up)

Depyrrol-Kind
Vertrieb: KEAC
Inhaltsstoffe Depyrrol Kind (pop-up)

Kryptosan

Kryptosan
Vertrieb: Nutrio-Shop, Präventa-Pharm und andere.
Inhaltsstoffe Kryptosan (Nutrio-Shop) (pop-up)

Achtung Unterschied Kryptosan vs. Depyrrol
Kryptosan enthält neben ergänzenden Vitaminen und Mineralstoffen das B6 in der inaktiven Form PCL relativ niedrig dosiert.
Es ist das Mittel der Wahl bei wenigen oder geringen Beschwerden oder allgemein als auf den Pyrrolikerstoffwechsel zugeschnittenes Nahrungsergänzungsmittel, wenn keine akuten Probleme bestehen.
Depyrrol enthält keine unnötigen Zusätze und neben etwas B6 als PCL hauptsächlich die aktive Form (Coenzyme) P5P. Es ist darum das Mittel der Wahl bei deutlichen Beschwerden, die eine höhere Dosierung des B6 erfordern.

3. Ergänzungsmittel

Es gibt einige empfehlenswerte Ergänzungsmittel bei der Pyrrolurie, die z. B. die Schilddrüse, die Nebenniere oder den Histaminspiegel beeinflussen. Diese gehören jedoch in die Hand eines erfahrenen Therapeuten.
Allgemein zusätzlich empfehlenswert sind:

Kupferfreies Multivitamin

Da durch den B6-Mangel die Resorption anderer Nährstoffe eingeschränkt ist, empfiehlt sich ein geeignetes Multivitaminpräparat.
Im Kryptosan sind Vitamine schon drin, als Ergänzung zum Depyrrol empfiehlt sich ein kupferfreies Multimitamin, da viele Beschwerden bei Pyrrolurie ihre Ursache in dem durch Zinkmangel erhöhten Kupferspiegel haben. Dieser führt über Enzymaktivierung (MAO, DAO) z.B. zu Histaminüberempfindlichkeit oder Hyperaktivität.
Neuerdings ist das Kupferfreie Multivitamin auch ohne Jod erhältlich, was für diejenigen gedacht ist, die neben der Pyrrolurie auch noch Probleme mit der Schilddrüse haben (z. B. Hashimoto Thyreoditis) und kein Jod vertragen.

Kupferfreies Multivitamin und Kupferfreies Multivitamin ohne Jod
Vertrieb: KEAC
Inhaltsstoffe Kupferfreies Multivitamin mit Jod

Brahmi

Mein persönlicher Geheimtipp als Nerventonikum, in Europa relativ unbekannt.
Informationen über Brahmi (Bacopa monneri)

4. Therapeuten

Liste mit Therapeuten vom KEAC: Therapeuten vom KEAC
Liste von Therapeuten im Forum-Wiki: Therapeuten Wiki vom Forum

Durch die Verbindung der Pyrrolurie mit der Umweltmedizin (Environmental medicine) bestehen gut Chancen, dass ein Arzt mit diesem Interessenschwerpunkt die Pyrrolurie kennt oder zumindest der Pyrrolurie offener gegenübersteht als der Hausarzt um die Ecke.
Folgende Pages haben eigene Listen entsprechender Therapeuten, die auf alle Fälle einen Versuch wert sind:

CSN-Deutschland
Bund deutscher Umweltmediziner

Eigene Erfahrungen

Ich habe, trotzdem ich die Gelben Seiten durchtelefoniert habe, keinen Therapeuten mit Erfahrung in der Nähe gefunden.
Als habe ich angefangen mir die oben erwähnten Präparate in der Apotheke und Drogerie zu kaufen. Ich fing an mit 20 mg B6 und landete schnell bei 3 x 100 mg. Dann stieg ich auf das Kryptosan um, da ich langsam den Überblick über meine Pillen verlor, und das war wirklich besser.
Trotzdem es in die richtige Richtung ging, gelang mir nicht der Durchbruch.
Den brachte erst P5P, genauer gesagt Depyrrol. Das Basis war zu stark, also nehme ich jetzt seit 2005 das Depyrrol Plus.
Entscheidend war für mich allerdings der Umstieg auf die glutenfreie Ernährung, über 90 % aller Pyrroliker habe Antikörper gegen Gluten im Blut. Vom Einfluss her w¨rde ich sagen: 50 % der Besserung kommen vom Depyrrol und die anderen 50 % von der glutenfreien Ernährung.